Teil II: Beginn und Aufstieg der Volksläufe
Zwei Deutschlandstaffeln
der ASG Teutoburger Wald erregten viel Aufsehen.
Im Herbst 1977 lief eine erste Deutschlandstaffel in elf 100 Kilometer-Etappen unter Zeitnahme nonstop von der dänischen bis zur österreichischen Grenze. Die weitgehend parallel zur damaligen DDR-Grenze verlaufende Strecke wurde vorher erkundet und vermessen. Die schnellste 100 km-Laufzeit der Staffel erzielte Achim Bader mit 8: 50 Std auf der Kaufunger Wald-Etappe. Der Zeitdurchschnitt aller 11 Etappen lag bei 11: 33 Std. Die Staffel wurde in drei Ausstrahlungen vom ZDF und dem Bayrischen TV übertragen. Ferner berichtete der Deutschlandfunk, und ein Reporter der Bunten Illustrierten begleitete das Unternehmen. Die Strecke der Deutschlandstaffel 77 wurde in den Folgejahren von Einzelläufern wie von Teams mehrfach nachgelaufen. Einige Jahre lang stand die Deutschlandstaffel 77 als längste Laufstaffel der Welt im Guinness Buch der Rekorde.
Im Frühjahr 1990 – nach dem Fall der Mauer, aber während der noch bestehenden DDR – lief eine zweite Deutschlandstaffel der ASG Teutoburger Wald in 18 Marathonetappen vom Rhein bis zur Neiße. Auch hierbei wurde die Strecke vorab vermessen und nonstop auf Zeit gelaufen. Mehrere Läufer rannten dabei unter drei Stunden, Martin Sprenger war auf der Ems-Etappe mit 2: 40 Std. der Schnellste. Die Gesamtzeit über die 768 Kilometer vom Rhein bei Emmerich bis zur Neisse bei Forst betrug 61 Std und 56 Minuten. Der Empfang durch die Bevölkerung des Dörfchens Kleinbademeusel am Ziel war überwältigend. Der damals noch bestehende ADN zählte an den Straßen der DDR insgesamt 100 000 Zuschauer.
Der Staffellauf nach Zeitz
Eine gelungene sportliche Aktion nach der Wiedervereinigung wurde auch die von Harald Meierjohann organisierte Staffel von Detmold zur ostdeutschen Partnerstadt Zeitz. Die 330 Laufkilometer bis in die Partnerstadt wurden in Etappen unterschiedlicher Länge – bis Marathon – aufgeteilt und Non-Stop mit Staffelwechseln gerannt. In Zeitz kam es zusammen mit den lokalen Sportkameraden zu einem gemeinsamen Einlauf und zum feierlichen Empfang am Rathaus.
Das ASG-Finnenbahnmeeting von Schloß Holte-Stukenbrock,
eine in jedem Herbst ausgetragene 90-Minutenstaffel für drei Läufer/innen, ent
stand 1994 auf eine Initiative von Burkhard Wrenger und Horst Gehrmann.
Sie wurde von beiden über 24 Jahre maßgeblich organisatorisch getragen. Die Staffelteams waren in fünf Klassen aufgegliedert, die gemäß Alter und Geschlecht gewertet wurden. Nach jeder der 1000 m langen Finnenbahnrunden musste gewechselt werden. Das Finnenbahnmeeting erreichte im Laufe der Jahre einen sehr hohen Beliebtheitsgrad. Prominente Läufer wie Europameister Jan Fitschen oder der Olympionike Nico Motchebon nahmen teil. Zum Start blies Bürgermeister Hubert Erichlandwehr persönlich das Trompetensignal „Zur Attacke“. Doch nach 24 Austragungen musste das Finnenbahnmeeting eingestellt werden, weil wegen des fortlaufend altersbedingten Ausscheidens von immer mehr Organisatoren und Helfer die umfangreiche Organisationsarbeit letztlich nicht mehr zu schafften war.
Wiederhinwendung zum Bahnlauf