Gehrmann Chroniken Volkslauf in OWL

Teil I

  1. 1 Prolog
  2. 2 Ostwestfalen lieben die Ausdauer
  3. 3 Ostwestfälische Laufasse nach dem Zweiten Weltkrieg
  4. 4 Man lief in Stadien und auf Parkwegen
  5. 5 Hohes Niveau bei schmaler Spitze
  6. 6 Kuriose Kategorien
  7. 7 Der Paderborner Osterlauf
  8. 8 Der Humfelder Zwanziger

Teil II: Beginn und Aufstieg der Volksläufe

  1. 9 Suche nach neuen Ideen
  2. 10 In Bobingen und Bad Hersfeld fing es an
  3. 11 Der Funke war entfacht
  4. 12 Helmut, steh auf, der Alte kommt!
  5. 13 Premiere bei Kaiserwetter am 7. Mai 1967
  6. 14 Ein Lauffeuer breitet sich aus
  7. 15 Immo Herden begann in Horn
  8. 16 Kuriose Anfänge in Bielefeld
  9. 17 Die Ära der Uniformiertenmärsche
  10. 18 Die Lagenser als die Ältesten
  11. 19 Der Wasalauf stand Pate
  12. 20 Volkslauf-Pioniere als „Revoluzzer und Feindbilder“ der Leichtathletik-Funktionäre
  13. 21 Der skandalöse Bergab-Marathon
  14. 22 Die Geburt der nächtlichen Stadtläufe
  15. 23 Wie es mit den Stadtläufen weiter ging
  16. 24 Unter adventlichem Lichterglanz
  17. 25 Die Bielefelder starben, die Detmolder blieben
  18. 26 Die Briten im ostwestfälischen Volkslauf
  19. 27 Der Bielefelder Krebshilfe-Marathon
  20. 28 Die Crossläufe als ein Erbe der Waldläufe
  21. 29 Riesige Teilnehmerzahlen bei Firmenläufen
  22. 30 Staffelläufe kamen und gingen
  23. 31 Fünf Staffelläufe „Quer durch Nordrhein Westfalen“
  24. 32 Zwei Deutschlandstaffeln
  25. 33 „Nächte“ der Bestzeiten und Rekorde

Teil III: Läufe in der Vorsaison

  1. 34 Der Jahreswechsellauf in Brakel
  2. 35 Der 32. Velmerstot – Volkslauf mit Trail-Running
  3. 36 Der Sälzerlauf
  4. 37 Der Langenberger Volkslauf

Teil III: Läufe zum Frühjahrshöhepunkt

  1. 38 Der Paderborner Osterlauf wandelt sich zu einem Volkslauf
  2. 39 Der Happe Run'n' Roll
  3. 40 Der Espelkamper Citylauf
  4. 41 Der Staffelmarathon von Rheda-Wiedenbrück
  5. 42 Der Preußisch Oldendorfer Volkslauf
  6. 43 Die „Nacht der Bestzeiten“ des LC Paderborn
  7. 44 Der Bentfelder Abendlauf
  8. 45 Die Nightcup-Laufserie
  9. 46 Der Klosterlauf von Marienfeld
  10. 47 Der Bielefelder Sparrenburg-Firmenlauf
  11. 48 Der Huxarium Garten-Park-Lauf von Ovenhausen
  12. 49 Der Salzkottener Klingenthal-Marathon
  13. 50 Der Nationale Stadtlauf in Bad Oeynhausen
  14. 51 Der Oelder InSiTech Citylauf
  15. 52 Der Spatzenberglauf von Löhne
  16. 53 Der Wartturmlauf
  17. 54 Der Gütersloher Pfingstlauf
  18. 55 Der Sternchenlauf in Schloß Holte-Stukenbrock
  19. 56 Der Volkslauf in Neuenkirchen
  20. 57 Der AOK Firmenlauf von Wiedenbrück
  21. 58 Die „Isselhorster Nacht“

Teil III: Volksläufe im Sommer

  1. 59 „Gütersloh läuft“
  2. 60 Der InSchildesche Lauf
  3. 61 Bahnlauf-Event im Ravensberger Stadion
  4. 62 Der Hembser 3-Dörfer-Lauf
  5. 63 Der Fun-Lauf in Paderborn Wewer
  6. 64 Der Beller Volkslauf Norderteich-Lauf
  7. 65 Der Bürener Volkslauf
  8. 66 Der TrailRun von Brenken
  9. 67 Der Bad Driburger Brunnenlauf
  10. 68 Der Berglauf in Höxter-Ovenhausen
  11. 69 Der 3. Kloster-Lauf Rheda-Wiedenbrück
  12. 70 Der Ugandalauf in Verl-Bornholte
  13. 71 Der Volkslauf um den Auensee in Espelkamp
  14. 72 Der Detmolder Residenzlauf
  15. 73 Der Wöhler-Lauf „Rund um die Aabachtalsperre“
  16. 74 Der Blomberger Vier Abende-Marsch
  17. 75 Der Mindener Volkslauf

Teil III: Volksläufe im Herbst

  1. 76 Der Stadtwerke Run & Roll in Bielefeld
  2. 77 Der Westenholzer Abendlauf
  3. 78 Der Hermes Charity-Run in Löhne
  4. 79 Der Volkslauf in St. Vit
  5. 80 Der Delbrücker Katharinenlauf
  6. 81 Der Herbstlauf in Ovenhausen
  7. 82 Der Benefizlauf in Hüllhorst
  8. 83 Der Volkslauf in Druffel
  9. 84 Der Auto Mattern Wälle-Lauf Herford
  10. 85 Der Lütmarser Backyard Ultra
  11. 86 Der Airport-Run Paderborn-Lippstadt
  12. 87 Der Paderborner Martinslauf
  13. 88 Die Närrische Nacht von Steinheim
  14. 89 Der Bielefelder Feuerwehrlauf
  15. 90 Der Flutlicht-Crosslauf Höxter
  16. 91 Das Halloween Track Meeting in Bielefeld
  17. 92 Der Lipperland Volksmarathon in Humfeld
  18. 93 Der Gütersloher Halbmarathon
  19. 94 Der 48. Warburger Oktoberwochen-Volkslauf

Teil III: Läufe zum Jahresausklang

  1. 95 Der Ultratrail „Rund um Werther“
  2. 96 Der Detmolder Herbstlauf
  3. 97 Der Adventslauf in Lage
  4. 98 Der Rietberger Adventslauf
  5. 99 Der Wiedenbrücker Christkindl-Lauf
  6. 100 Der Borgholzhausener Weihnachtscross
  7. 101 Der Weihnachtslauf von Lipperreihe
  8. 102 Läufe, die eingestellt wurden

Epilog

  1. 103 Wie wird es weitergehen?
16

Teil II: Beginn und Aufstieg der Volksläufe

Kuriose Anfänge in Bielefeld

Eher kurios war die Situation 1968 in Bielefeld, als der dortige Polizeisportverein im Folgejahr nach dem Leopoldstaler Auftakt damit begann, einen eigenen Volkslauf auszurichten, welcher der erste ostwestfälische Volkslauf mit einem komplettem Lauf- und Gehprogramm werden sollte. Es waren aber nicht die in Leopoldstal eher „zwangsrekrutierten“ Führungsbeamten, die teilweise Funktionen im PSV-Vorstand bekleideten, sondern wieder Schutzpolizeichef Wilfried Höfling, der „laufverrückte Alte“, welcher unmittelbar nach dem Leopoldstaler Marsch anordnete: „Sucht eine vernünftige Strecke; wir ma chen einen Volkslauf!“ Damit wurde im Frühjahr 1968 der Bielefelder Volkslauf geboren, der mit seinen Anfängen am Jagdweg trotz wenig vorteilhafter Streckenbedingungen bereits knapp 2000 Finisher zählte.

Überlegener Sieger des ersten Bielefelder Volkslaufes wurde der damals in Bielefeld studierende Deutsche Meister über 3000m-Hindernis, Hans-Werner Wogatzki.

Die Initiatoren und Macher des ersten Hermannslaufes bei der Rückfahrt vom Wasalauf 71 auf der Ostseefähre…damals als der Funke sich entflam
Die Initiatoren und Macher des ersten Hermannslaufes bei der Rückfahrt vom Wasalauf 71 auf der Ostseefähre…damals als der Funke sich entflammte: Von links: Albert Hilker, Georg Buchner, Klaus Blome, Werner Thorenmeier, Peter Gehrmann, Wolfgang Schlüter.

Verlegung nach Sennestadt

Die Strecke des Bielefelder Volkslaufes, die in den ersten beiden Austragungen von der Britischen Kaserne am Jagdweg ausgehend auf den Kammweg des Teuto führte, war wegen der dort zumeist lehmigen Böden nicht ideal. Als 1972 der Landkreis Bielefeld in die Stadt Bielefeld eingemeindet wurde, nutzte der Bielefelder PSV sofort die Chance, seinen Volkslauf in Sennestadt, am überwiegend von Sandboden geprägten Südhang des Teutoburger Waldes auszutragen. Vom Sennestädter Park ausgehend wurde der Bielefelder Volkslauf zu einem der größten und bestorganisierten Volksläufe in Westfalen. Nach 25 Austragungsjahren sah sich der PSV 1993 jedoch gezwungen seinen Volkslauf einzustellen, weil man bei rückläufigen Teilnehmerzahlen die rel. hohen Kosten der aufwendigen Organisation nicht mehr ohne erhebliche Einbußen stemmen konnte. So wurden die immer häufiger entstehenden VL-Veranstaltungen und die damit verbundenen zahlreicheren Startmöglichkeiten den Bielefelder PSV-Veranstaltern zum Verhängnis, denn zurückfahren wollten diese ihr hohes Organisationsniveau verständlicherweise nicht.

Bereits beim vierten Hermannslauf füllten die Teilnehmer beim Start den gesamten Platz vor dem Hermannsdenkmal. (siehe Bild) Sehr einfach da
Bereits beim vierten Hermannslauf füllten die Teilnehmer beim Start den gesamten Platz vor dem Hermannsdenkmal. (siehe Bild) Sehr einfach dagegen damals der Zielkanal: Aber es funktionierte.
Die Macher der ersten Hermannslauf-Organisation Wolfgang Schlüter und Peter Gehrmann, (v.links) wurden vor dem Start vor dem Hermannsdenkmal
Die Macher der ersten Hermannslauf-Organisation Wolfgang Schlüter und Peter Gehrmann, (v.links) wurden vor dem Start vor dem Hermannsdenkmal vom rasant anwachsenden Starterfeld voll gefordert.
Der Startplatz vor dem Denkmal reichte bereits bei der fünften Veranstaltung nicht mehr aus; es musste von der anderen Seite aus, also gegen
Der Startplatz vor dem Denkmal reichte bereits bei der fünften Veranstaltung nicht mehr aus; es musste von der anderen Seite aus, also gegen das Denkmal, gestartet werden.

Erste Folgeveranstaltungen rund um Bielefeld

Der PSV-Volkslauf fand im Nachbereich sehr schnell motivierte Nachahmer.

So wie kurz darauf der Pfingst-VL des Post –SV Bielefeld entstanden nun in kurzer Folge überall in OWL solide organisierte VL-Veranstaltungen, die für die nächsten Jahrzehnte eine blühende ostwestfälische Volkslauf-Tradition schufen.

Günter Entgelmeier war maßgeblicher Orga-Chef beim weiteren Aufstieg des „Hermann“
Günter Entgelmeier war maßgeblicher Orga-Chef beim weiteren Aufstieg des „Hermann“

Die Sportfreunde Sennestadt veranstalteten nur einmal

Die Sportfreunde Sennestadt ließen sich spontan vom Volkslaufgedanken mitreißen, Schließlich hatten sie mit ihrem Parkgelände an der Travestraße ideale Zugangsmöglichkeiten zum gut zu belaufenden Windelschen Forst im Teutoburger Wald. Doch nach bereits einer Veranstaltung gaben die Sennstädter weitere VL-Aktivitäten auf.

Schirmherr Dr. Wolfgang Schlüter als dynamischer Hermannslauf-Starter
Schirmherr Dr. Wolfgang Schlüter als dynamischer Hermannslauf-Starter

Die Friedrichsdorfer hielten lange durch

Ebenfalls noch in den sechziger Jahren stellten die Friedrichsdorfer einen beliebten Volkslauf mit schneller Flachstrecke auf die Beine, den sie fast bis zur Jahrhundertwende durchhielten.