Teil II: Beginn und Aufstieg der Volksläufe
Die Crossläufe als ein Erbe der Waldläufe
Die Crossläufe entstehen
Beinahe zeitgleich mit den Volksläufen entstanden in Ostwestfalen – so wie überall im Land – die Crossläufe, die eher als eine Wandlung der bis dato als „Waldläufe“ bezeichneten leichtathletischen Läufe zu sehen sind. Diese im leichtathletischen Meisterschaftsprogramm der Nachkriegsjahre ursprünglich ausgeschriebenen Frühjahrs- und Herbstwaldläufe fanden traditionell auf möglichst ebenen wie gepflegten Parkwegen statt. Das änderte sich in den sechziger Jahren durch eine zuerst von Berlin ausgehende Initiative, die sich schnell überall in der Republik durchsetzte: „Cross, as cross can“. Diese propagierte – mit einem Wildschweinskopf als Logo – das Laufen in „unpräparierter“, rauer Landschaft. Wir Ostwestfalen erlernten das Crosslaufen von den hier stationierten Briten und ihrer hammerharten Crosstradition, die uns gefiel.
Der erste bedeutende Crosslauf in Ostwestfalen, der außerhalb der alljährlichen Frühjahrswaldlaufmeisterschaften stattfand, war ein von der Diestelbrucher Lehrerfamilie Meierjohann ins Leben gerufene Crosslauf im Diestelbrucher Wald. Wie beliebt dieses Event bereits in den ersten Austragungen war, zeigt ein Blick in die damaligen Starterlisten. Da fanden sich neben nahezu allen ostwestfälischen Spitzenläufern auch „Nationale“ ein, so wie der EM-Bronzemedaillengewinner Hans Hünecke oder der Marathon-Nationalläufer Alfred Gau. Der Crosslauf eroberte schnell seinen festen Platz im ostwestfälischen Laufsport. In den siebziger Jahren entstand der Humfelder Crosslauf, auf dem mehrfach ostwestfälische und lippische Meisterschaften ausgetragen wurden.
.