Teil I
Man lief in Stadien und auf Parkwegen
Vor dem Beginn der Volkslaufzeit fanden leichtathletische Langstreckenläufe grundsätzlich auf den Aschenbahnen der Stadien, auf Straßen oder auf gut gepflegten Parkwegen statt. Ausnahmen gab es nur dann, wenn die Frühjahrswaldlaufmeisterschaften in Gegenden stattfanden, wo es keine gepflegten Parkwege gab. Dort ging es dann schon mal über Wirtschaftswege wie auch ins Waldgelände und dort die Berge hoch.
Bei den Laufdisziplinen der Stadionsportfeste galt der „Fünftausender“ als der ganz große Renner. Wer den gewann, der war einfach „der Held“ und stand am Montag dick in der Presse.
Die längste Distanz für Jugendliche waren die dreitausend Meter, während die Mädchen und Frauen nicht länger als achthundert Meter laufen durften.
Was Ostwestfalen betrifft, konnten Läufer aus den damaligen Kreisen Detmold und Lemgo sehr hohes Ansehen genießen, wenn es ihnen gelang, Lippischer Meister zu werden. Das ehemalige Land Lippe, welches nach dem Krieg in zwei Landkreise geteilt war und heute längst wieder als ein einziger Kreis besteht, lebte in diesen Jahren in der Tradition des Sportes weiter als eine Einheit „Lippe“ fort, die sich vor allem durch die alljährlichen Lippischen Meisterschaften – als Stadion-Events und Frühjahrswaldläufe – präsentierte.