Epilog
Wie wird es weitergehen?
Die Volksläufe in Ostwestfalen werden sich weiter wandeln, ganz wie sich auch unser tägliches Leben im Zug der Zeit wandelt. Es wird neue Trends, neue Austragungsformen und sicherlich immer wieder tüchtige Organisatoren wie neue Organisationsformen geben. Nicht alles wird man voraussehen können, aber sich anbahnende positive Entwicklungen sollten die Verantwortlichen im Fachverband wie auch in den Vereinen aufmerksam beobachten und rechtzeitig fördern.
Die Stadionbahnen wiederentdecken
Wie sich die zu beobachtende Renaissance des Bahntrainings und der Stadionwettkämpfe im Laufsport weiter entwickelt, werden uns die nächsten Jahre gewiss zeigen. (siehe hierzu das Kapitel „Bahnlauf-Event im Ravensberger Stadion“)
Neben den rein sportlichen Vorteilen deuten sich hier auch positive Formen des sportlichen Zusammenlebens an.
So kann man beispielsweise beobachten, dass beim Bahntraining zunehmend Verabredungen für gemeinsame Wettkampfteilnahmen getroffen werden, sei es zu Startvorhaben oder zum Support der aktiv Startenden. Die kleine Fangruppe aus dem eigenen Verein am Bahn- oder am Streckenrand macht jeden Wettkampf zweifellos interessanter und wirkt sich in so manchen Situationen sicherlich auch auf die Laufleistungen aus Hier können die Vorstandsleute der Vereine, die Leichtathletikwarte und die Trainer wichtige Garanten für eine diesbezüglich positive Entwicklung der Gemeinschaft wie auch der Einzelwettkämpfer sein.
Die Wirtschaft ist im Kommen
Zu erwarten ist, dass sich die Wirtschaft immer weiter auf das Terrain des Volkssportes begeben wird, wie es die regen Teilnahmen an den immer zahlreicher werdenden Firmenläufen sowie die wachsende Zahl professioneller Laufveranstalter bereits andeuten. Ob das letztlich mehr Vorteile für die Gesundheit und Lebensqualität als für die Volkswirtschaft einbringt, wird sich mit den Jahren zeigen. Möge dieses nicht als „nörgelnder Unkenruf“ verstanden sein, sondern eher als ein Mahnen zur Wachsamkeit, sollte uns durch überzogene Geschäftspraktiken ein Stück wichtiger Lebensqualität in Gefahr geraten.
Auflagen, Verbote und „Waldmaut“
In welche Richtung wird sich das Verhalten der Genehmigungsbehörden und Waldbesitzer bewegen? Die Diskussionen um die Einführung einer sog. „Waldmaut“ hat vor Jahren die Wellen hochschlagen lassen und bereitet nach wie vor den kleinen ehrenamtlich organisierten Volkslauf-Veranstaltern einige Sorgen. Wie sich die in jüngster Zeit mehr und mehr aufkommenden eigenmächtigen Wald- und Wegesperrungen weiter entwickeln und wie die zuständigen Behörden zukünftig damit umgehen werden, dürfe nicht nur für Lauf-Veranstalter sondern auch für alle in der Natur trainierenden Läufer wichtig sein. Immer mehr Gebiete, in denen man früher herrlich laufen konnte, sind heute bereits gesperrt, von hohen Zäunen umgeben und nur noch bedingt oder gar nicht mehr zugänglich.
Manchmal drängt sich der Eindruck auf, als würden alle diejenigen, die sich den Schutz und die Liebe zur Natur auf die Fahnen geschrieben haben, nicht gemeinsam in den Wald gehen, sondern sich eher gegenseitig dort hinausjagen zu wollen. Behörden, Waldbesitzer, Jäger, Naturschützer, Hundehalter und Sportler scheinen nicht gemeinsam für den Erhalt unserer Natur zu kämpfen sondern eher einzeln gegeneinander.
Behördliche Verbote und Auflagern scheinen besonders erfolgreich gegen kleine, ehrenamtlich organisierte Veranstalter durchsetzbar zu sein. Ehrenamtler haben kaum eine wirksame Lobby und selten die finanziellen Mittel, um einen Prozess zu führen. So ist es in den letzten Jahren immer wieder zu manchmal abenteuerlichen, ja geradezu hanebüchenen Verbotsbegründungen gekommen, mit denen man auf Karneval glatt wortgetreu in die Bütt steigen könnte.
Sehr irritierend ist es manchmal, wenn der Eindruck entsteht, dass man durch sog. „Guten Beziehungen“ zu Behörden einiges erreichen kann, was keine gesetzlichen Rechtsgrundlagen mehr erkennen lässt. Das alles muss endlich einmal aufhören.
Was uns Natursportler betrifft: Wir sollten über unsere Natur- und Betretungsrechte- und Pflichten ähnlich gut informiert sein wie über unser Intervalltraining.
Es ist an der Zeit
Wollen wir mit unserem Laufsport friedlich und gesundheitsfördernd weiterleben, dann ist es an der Zeit, dass es diesbezüglich zu einem guten Miteinander zwischen Laufsportlern, Behörden, Waldbesitzern, Jägern und Naturschützern kommt.
Der Laufsport in Ostwestfalen hat unserer Natur bisher keinesfalls geschadet sondern ihr viele Freunde zugeführt. Das möge auch so bleiben.
Peter Gehrmann
Jedem der mir bei dieser Publikation geholfen hat, möchte ich herzlich danken. Es ist meine Absicht, die weitere Geschichte des OWL- Volkslaufes über die Jahre fortzuschreiben… solange mir das gegeben ist. Jedem, der mir dabei durch Informationen behilflich sein kann, bin ich herzlich dankbar. Die vielen schönen Stunden, die wir alle bei unseren Volksläufen erlebt haben, sollten keinesfalls im Nebel des Vergessens verschwinden. Peter
Kontakt: gehrmann_peter@web.de