Teil II: Beginn und Aufstieg der Volksläufe
Die Ära der Uniformiertenmärsche
Sie traten mit großem Ehrgeiz in oft riesigen Starterfeldern überall im Land bei den ersten Volksläufen an: die Uniformierten. Feuerwehrleute, Polizisten, Soldaten der Bundeswehr, des Bundesgrenzschutzes sowie hier bei uns stationierte britische und belgische Streitkräfte lieferten sich in voller Uniform hammerharte Kämpfe. Prestige und Ehrgeiz standen dabei meistens höher im Kurs als die Regeln des sportlichen Gehens. Es wurde auf Teufel komm raus gemogelt wie gepfuscht, und man kreierte oft die unmöglichsten Fortbewegungsarten im Gehsport. Gehrichter, wie in leichtathletischen Wettbewerben, hatten bei den Uniformierten nur geringe Durchsetzungschancen. So kam, was kommen musste: Letztlich verging den Uniformierten ziemlich schnell die Lust am regelfernen Gewusel. Die Marschwettbewerbe der Uniformierten bei Volksläufen gingen so schnell zurück wie sie einst aufgeblüht waren.
Doch Hand auf‘s Herz: Ohne sie wären die ersten Volkslaufjahre längst nicht so farbig gewesen.